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Ratgeber

Was ist Mineralwerkstoff?

Eine mineralisch gefüllte Harzplatte, die wie Holz bearbeitet, fugenlos verklebt und bei Schäden abgeschliffen wird. Woraus sie besteht, wie sie sich verhält – und wo sie die falsche Wahl ist.

3D visualisation: close-up of a seamless joint between an integrated basin and worktop
Inhalt
  1. Mineralwerkstoff in einem Absatz
  2. Woraus Mineralwerkstoff besteht
  3. Wie aus einer Platte eine Waschtischplatte wird
  4. Vor- und Nachteile von Mineralwerkstoff
  5. Wo Mineralwerkstoff am besten passt – und wo etwas anderes
  6. Mineralwerkstoff, Corian und andere Markennamen

Mineralwerkstoff in einem Absatz

Mineralwerkstoff (englisch Solid Surface) ist ein Plattenwerkstoff aus mineralischem Füllstoff, Harz und Pigment. Die Farbe geht durch die gesamte Stärke. Er wird mit Holzbearbeitungswerkzeugen gesägt und gefräst, die Teile werden mit farbgleichem Kleber verklebt und geschliffen, sodass die Fugen nicht sichtbar sind. Erwärmt lässt sich eine Platte aus 100 % Acryl zu Rundungen biegen. Deshalb wird er für Waschtischplatten mit integrierten Becken, Waschrinnen, Empfangstheken und Arbeitsflächen in Krankenhäusern eingesetzt: für Teile, die wie aus einem Stück wirken und leicht sauber zu halten sein müssen.

Woraus Mineralwerkstoff besteht

Eine typische Platte hat drei Bestandteile:

  • Mineralischer Füllstoff, meist Aluminiumhydroxid (ATH). Bei Akrilika macht er rund 70 % der Platte aus.
  • Harz, das den Füllstoff bindet. Hier unterscheiden sich die Qualitäten.
  • Pigmente und Partikel, die Uni-, Partikel- und geäderte Optiken erzeugen.

Das Harz bestimmt, wie sich das Material bei der Verarbeitung und im Gebrauch verhält.

Mineralwerkstoff aus Acryl oder Polyester

100 % Acryl Polyester- oder Mischharz
Thermoformen Lässt sich zu Rundungen und gepressten Becken biegen Eingeschränkt oder nicht empfohlen; Datenblatt prüfen
Einsatz Gerundete Theken, integrierte Becken, Gesundheitswesen Ebene Teile, oft zu einem niedrigeren Preis
Beispiel Akrilika, einschließlich der AR-Dekore 2026 Je nach Marke

Unsere Kollektion Apietra ist ein modifiziertes Acryl. Sie kostet rund 20–30 % weniger als Akrilika und ist nicht thermoformbar. Wir verkaufen sie unter eigenem Namen, damit die beiden in keiner Ausschreibung verwechselt werden.

Mineralwerkstoff ist auch nicht dasselbe wie Mineralguss. Mineralguss wird in Form gegossen und mit einem Gelcoat beschichtet. Mineralwerkstoff ist eine homogene Platte, ein Kratzer lässt sich also herausschleifen, ohne eine Beschichtung zu durchbrechen. Siehe Mineralwerkstoff vs. Quarz, Keramik und Mineralguss.

Wie aus einer Platte eine Waschtischplatte wird

  1. Zuschnitt. Die Platten (3660 × 760 × 12 mm bei Akrilika) werden mit Holzbearbeitungswerkzeugen gesägt und gefräst. Der Hersteller empfiehlt Elektrowerkzeuge von FESTOOL.
  2. Verkleben. Die Teile werden mit einem auf den Farbcode abgestimmten Kleber verbunden, gespannt und dann bündig geschliffen. Akrilika-Teile werden ohne sichtbare Nähte und Spalten verbunden.
  3. Thermoformen. Eine Platte aus 100 % Acryl wird erwärmt und über eine Form gebogen – für gerundete Fronten und Eckradien.
  4. Becken. Gussbecken werden mit Spezialkleber ohne Silikon unter die Platte geklebt, am Beckenrand bleibt keine Fuge.
  5. Oberfläche. Die Oberfläche wird matt, seidenglänzend oder glänzend geschliffen.

Geäderte Dekore brauchen einen Zuschnittplan, weil das Muster an jeder Fuge bricht. Siehe Zuschnitt und Verarbeitung.

Vor- und Nachteile von Mineralwerkstoff

Stärken Grenzen
Fugenlose Verbindungen über lange Flächen Weicher als Quarz oder Keramik, zerkratzt also früher
Integrierte Becken, keine Silikonfuge am Rand Braucht Untersetzer für heiße Töpfe; trockene Hitze Klasse 7A entspricht bei Akrilika 180 °C
Porenfrei: 0,27 % Wasseraufnahme über 49 Tage Dunkle Farben zeigen Gebrauchsspuren stärker und brauchen mehr Pflege
Kratzer, Abplatzer und Risse lassen sich ohne sichtbare Spuren entfernen Nicht für den Außenbereich oder unbeheizte Räume
Thermoformbar (Qualitäten aus 100 % Acryl) Kein Bodenbelag, keine Rutschhemmungsklasse

Wo Mineralwerkstoff am besten passt – und wo etwas anderes

Am besten: Waschtischplatten und Waschrinnen in Sanitärräumen, Waschbecken, Empfangs- und Bartheken, Arbeitsflächen im Gesundheitswesen und Wandverkleidungen in Nassräumen. Überall dort sind Fugen, Reinigung und Reparatur wichtiger als Kratzhärte.

Denken Sie an etwas anderes:

  • Stark beanspruchte ebene Arbeitsplatten, bei denen Kratzhärte am wichtigsten ist: Quarz ist die härtere Oberfläche. Siehe AQ-Stone-Quarz.
  • WC-Kabinen und Trennwände: HPL-Kompaktplatten sind oft wirtschaftlicher. Siehe Mineralwerkstoff vs. HPL-Kompaktplatte.
  • Böden, Fassaden und Außenmöbel: Verwenden Sie Materialien, die für diese Einsätze geprüft sind.

Mineralwerkstoff, Corian und andere Markennamen

Viele sagen „Corian“, wenn sie Mineralwerkstoff meinen – so wie man „Tempo“ sagt und ein Papiertaschentuch meint. Corian, HIMACS, Krion, Staron und Akrilika sind Marken derselben Materialgruppe, und jede hat ihre eigene Zusammensetzung, eigene Plattenformate, Farben und Prüfdaten. Vergleichen Sie Marken für ein Projekt, lesen Sie Auf der Suche nach einer Corian-Alternative?. Alle Akrilika-Ergebnisse mit Prüfinstitut und Jahr finden Sie unter technische Daten.

FAQ

Fragen von Planern

Ist Mineralwerkstoff dasselbe wie Corian?

Corian ist ein Markenname. Mineralwerkstoff – international Solid Surface – ist die Materialgruppe, und mehrere Hersteller produzieren ihn unter eigenen Marken, darunter Corian, HIMACS, Krion, Staron und Akrilika. Die Zusammensetzung unterscheidet sich von Marke zu Marke, vergleichen Sie also die Datenblätter statt der Namen. Unsere Seite zur Corian-Alternative zeigt, worauf Sie achten sollten.

Ist Mineralwerkstoff langlebig?

Im Innenbereich ja, mit den richtigen Erwartungen. Er ist beständig gegen Flecken und Wasser und lässt sich bei Kratzern oder Abplatzern abschleifen und reparieren. Für Akrilika gilt eine eingeschränkte Garantie von 15 Jahren. Er ist weicher als Quarz oder Keramik, zeigt Kratzer also früher und braucht Untersetzer für heiße Töpfe. Der Vorteil: Kratzer lassen sich entfernen.

Ist Mineralwerkstoff hygienisch?

Er ist porenfrei: Akrilika nahm nach 49 Tagen Lagerung in Wasser 0,27 % Wasser auf. Mit fugenlosen Verbindungen und ohne Silikon eingeklebten Becken gibt es keine Fliesenfugen oder Dichtstofffugen, in denen sich Schmutz sammelt. Laut Hersteller bietet die Oberfläche bei sachgemäßer Reinigung keinen Nährboden für Mikroorganismen. Ein antimikrobiell ausgerüstetes Material ist es nicht.

Kann Mineralwerkstoff im Außenbereich eingesetzt werden?

Planen Sie ihn für den Innenbereich. Die Akrilika-Garantie schließt Einbauten im Freien und in unbeheizten Räumen aus, und die Lichtechtheit hängt von der Farbe ab. Für Außenanwendungen wählen Sie ein Material, das dafür hergestellt und geprüft ist. Für sonnige Innenpositionen wie Theken am Fenster fordern Sie vor der Ausschreibung das Ergebnis zur Lichtechtheit Ihrer Farbe an.

Wie dick ist eine Mineralwerkstoffplatte?

Die übliche Stärke ist 12 mm. Akrilika-Platten messen 3660 × 760 × 12 mm, A101 Glacier White gibt es zusätzlich in 6 mm (2440 × 760 mm) für leichtere Teile. Kanten, die dicker wirken sollen – etwa eine hohe Arbeitsplattenfront –, werden mit verklebten Streifen unter der Kante aufgedoppelt, so bleibt die Platte leicht.

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